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Wie komme ich in „DIE Stille“?

Das erscheint auf den ersten Blick recht einfach. Hinsetzten oder legen, Augen schliessen, warten ... warten...warten...


So einfach wird es leider nicht funktionieren.


Das bewusste eintauchen in die Stille fällt vielen Menschen schwer, das erlebe ich immer und immer wieder. Selbst meditieren ist nicht zwangsläufig ein Verweilen in der Stille, dazu braucht es viel Übung. Die meisten Meditationen sind oft einfach wunderschöne Traumreisen. Selbstverständlich können sie dazu beitragen gewisse Erholungs- und Entspannungszustände herbeizuführen. Das ist aber nicht das, was ich meine. Ich habe lange überlegt, wie ich das bildlich beschreiben kann und hoffe, es ist einigermassen verständlich formuliert.

Nicht nur meine Gedanken müssen ruhig werden, sondern in meinem Herzen muss Stille einkehren. Das heisst aber auch ich muss bereit sein, Gefühle zuzulassen. Trauer und Angst, werden die Ersten sein, die sich als Gefühl bemerkbar machen. Trauer über das, was war oder ist und die Angst stellvertretend für alles, was noch vor uns liegt. Stellen wir uns nun Trauer und Angst als einen riesengrossen klebrigen Klumpen in unserem Herzen vor. Aus unserem Alltag wissen wir das man Verkrustungen, egal welcher Art sie sind, immer erst aufweichen sollte.

 

Und genau so machen wir es hier. In den täglichen paar Minuten in denen wir uns bewusst mit der Stille verbinden, stellen wir uns vor das aus diesem Klumpen einmal eine kleine Galaxie wird. Anfänglich wird es eher eine karge Mondlandschaft sein, aber es geht darum, ein positives Gefühl zu entwickeln. Es geht jetzt noch nicht darum, problematische Situation zu bearbeiten, dafür ist es noch viel zu früh. Wir wandeln zuerst diesen Klumpen um in etwas Wunderschönes und Einzigartiges.

Je bewusster wir das Bild unserer kleinen Galaxie in unser Herz aufnehmen, umso eher wird sich eine gewisse Ruhe einstellen. Dafür muss man sich weder hinlegen oder hinsetzten. Diese kleine Übung kann man überall machen, beim Spaziergang, bei der Gartenarbeit oder der Hausarbeit. Der Ort spielt keine Rolle. In der Anfangszeit kann es vorkommen, dass von einem auf den anderen Moment Traurigkeit aufsteigt und vielleicht sogar ein paar Tränchen fliessen. Und genau das, ist das beste Zeichen, das sich die Verkrustungen zu lösen beginnen! Auch Zorn und Wut die wie aus dem nichts zu kommen scheinen sind Anzeichen, das etwas in Gang gesetzt wurde. Jetzt heisst es am Ball bleiben und all die Emotionen, die kommen dankbar anzunehmen. Ich sage nicht, dass es einfach wird, aber ich weiss aus Erfahrung, dass es sich lohnt. Denn wenn der Klumpen erst einmal aufgeweicht ist, wird es möglich Probleme und Situationen zu bearbeiten ohne das man sich wie eine Auster gegen alles verschliesst.

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Diese kleine Galaxie steht stellvertretend für unseren Raum der Stille, der nichts anderes ist als unser Herz. In die Stille gehen bedeutet also nichts anderes, als sich bewusst mit unserem Herzen zu verbinden. Das ist aber nur möglich, wenn ich dazu bereit bin, mein Herz wieder spüren zu wollen. Geh in die Stille oder verbinde dich mit der Stille heisst daher nichts anderes als sich bewusst mit seinem Herzen zu verbinden.


Irgendwann wird der Tag kommen und der Klumpen hat sich soweit aufgelöst, dass er jetzt aus vielen kleinen Partikeln besteht. Jedes dieser Partikel steht jetzt für ein Problem oder eine Situation, die man nun bearbeiten kann. So ist es viel leichter, sich damit auseinander zu setzten. Am Tag X öffnen wir unser Herz und können diesen bearbeiteten Partikel in Frieden verabschieden.

Foto von Rakicevic Nenad von Pexels
Foto: WikiImages / pixabay.com

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