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Ich hasse meinen Briefkasten!

Die finanzielle Unsicherheit wird sich, je länger die Krise andauert, verstärken. Existenzangst wird nicht nur ein Thema in der Geschäftswelt sein, sondern Millionen von Menschen auf der ganzen Welt beschäftigen. Ich selbst habe sehr, sehr viele Tiefschläge auf meinem Lebensweg einstecken müssen. Rückblickend hat mich das aber nur stärker und gelassener gemacht um auch das nächste Worst-Case-Szenario, das mir das Leben bereitstellte, zu meistern.


Der schlimmste Feind in dieser Zeit war, mein BRIEFKASTEN!

 

Das klingt für einige vielleicht etwas seltsam. Um das aber zu bemerken, verging sehr viel Zeit. Meine Gedanken kreisten nur noch darum was ich wohl morgen wieder an «Schreckenspost» erhalten werde. Rechnungen, Mahnungen, Zahlungsbefehle, Kündigung etc… Ich hasste ihn dafür! In mir baute sich leise und heimlich eine Angst auf zum Briefkasten zugehen. Je näher die Uhr dem Zeitpunkt entgegen rückte, an dem die Post ankommt, umso nervöser wurde ich. Mit einem flauen Gefühl in der Magengegend und einer Tonnen schweren Last auf meinem Rücken machte ich mich jeden Tag auf den Weg, um meinen Briefkasten zu leeren. Meine schlimmsten Befürchtungen wurden nicht enttäuscht.


Gedanken haben eine exorbitante Kraft. Mit ihnen erschaffst du deine Realität. Wenn meine Gedanken nur auf «negatives» programmiert sind, muss ich mich nicht wundern, wenn es auch genau so kommt. Gedanklich immer in der Vergangenheit herumzuhängen und der guten alten Zeit nachzutrauern, ist auch nicht gerade förderlich. Auch jammern und sich selbstbemitleiden hilft nicht, sondern verschlimmert die Situation nur noch. Viele Jahre später habe ich mich mit einer Kollegin darüber unterhalten und sie erzählte mir, dass es ihr genauso so ergehen würde. Und wir schmiedeten einen Plan…


«schliesse Frieden mit deinem BRIEFKASTEN»!


Und genau das war der Wendepunkt. Ich begann mein Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Ich wollte dieses Feindbild in meinem Kopf umprogrammieren.

 

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Der erste Schritt war, dass ich meinen Briefkasten gründlich putzte. Dieses «putzen» war für mich ein kleines Ritual, um alle negative Energien aus diesem «Höllenschlund» zu entfernen. Immer wieder sagte ich mir, mit meiner inneren Stimme, dass ab jetzt nur noch Post mit guter Energie in meinen Briefkasten kommt!

 

Auch längst überfällige Rechnungen, Mahnungen und Behördenbriefe können gute Energien haben, es kommt nur darauf an, wie man sie anschaut.

Wenn ich diese Briefe in «Angst» aus dem Kasten hole wird es aber das Gegenteil bewirken.


In jedem dieser Briefe steckt etwas das uns ins «handeln» bringen kann. Ich habe mir die Briefe dann auf den Schreibtisch gelegt und in mich «hineingefühlt». Wenn ich mir sicher war, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist die Briefe zu öffnen, habe ich es getan. Sollte ich aber innerlich noch zu aufgewühlt sein, habe ich sie so lange liegen lassen bis ich dazu bereit war. Die Abstände zwischen innerlicher Unruhe und Gelassenheit wurden so immer kürzer. Nach einiger Zeit war es sogar möglich längst überfällige Telefonate und e Mails, die zur Klärung der Situation beitragen, endlich anzugehen. Auch hier ist mein «Gefühl» und der Zeitpunkt entscheidend. Und es stellte sich heraus, dass ich mir völlig unnötig die schlimmsten Horrorszenarien ausgemalt hatte.


Wenn ich in Angst einen Brief schreibe gehe ich entweder in den Tiefstatus als sogenannter Bittsteller, oder ich sehe mich als Opfer und dann werden die Worte nicht sonderlich geschickt formuliert. Wenn ich spüre, das sich beim Schreiben meine Emotionen einmischen höre ich sofort auf. Ich unterbreche diese Handlung so lange bis ich wieder in der «Gelassenheit» bin.


Jede Handlung wird eine weitere nach sich ziehen und so wird sich auch der Alltag mitverändern. Oft stellte ich mir die Frage, was denn das schlimmste sein, was passieren könnte? Grundsätzlich erst einmal nichts! Denn ich habe es in der Hand was ich daraus mache. Soll ich wirklich zulassen das dieses Stück Papier mir mein Glück meine Hoffnung und Zuversicht zerstört? NEIN, niemals!


1: Reinige deinen Briefkasten.
2: Sehe in deinem Briefkasten einen Freund.
3: Lass dir ausreichend Zeit, deine Briefe zu öffnen.
4: Bevor du einen Brief beantwortest, höre in dich hinein.
5: Nutze die Herausforderungen, die sich aus den Briefen ergeben, um zu wachsen.

 

Fortsetzung folgt...

 

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